Der Zeha-Schuh ist deutsche Geschichte. Vor 120 Jahren gegründet, erlebte das Label ein Hoch und Ab, aus den 20er-Jahren und aus dem Profinachkriegssport nicht wegzudenken, wurde es nach der Wende von der Treuhand abgewickelt und Dank des Engagements von Alexander Barrés 2001 wiederbelebt. Heute eröffnet die Ausstellung "Die Geschichte der Marke Zeha 1897-2017". Und wir sagen: Alles Gute zum Geburtstag!

Mehr als nur ein Sportschuh: Das Sortiment von Zeha Berlin. (Credit: Zeha Berlin)

Vier weiße Streifen am echten Lederschuh sind mehr als nur drei weiße Streifen. Carl Häßner -damals im Jahre 1897 schrieb man in Deutschland Karl schon mit einem "C" - gründete die Zeha Leder-Manufaktur im thüringischen Weida. Modisches Design und durch und durch Qualität begründeten in der fernen deutschen Metropole Berlin das Verlangen nach Zeha-Schuhen bei Mann und Frau. In den 20er-Jahren waren die schnieken Treter aus Berlins Gasse, den zahlreichen Ballsälen und Kaffeehäusern nicht wegzudenken. Der richtige Riecher, nach dem Krieg auf Sportschuhe zu setzen, und nicht nur auf Nachkriegssportschuhe aus den Resten der Kriegswirtschaft, sondern auf Handwerkskunst, solide Materialien und einer Priese Raffinesse eroberten bei trotzdem günstigen Preisen die Herzen der Sportler und Nichtsportler. Diesen Schuh mit den zwei Doppelstreifen zeigten die Träger nicht nur in den Stadien und Sporthallen. Die Halbstarken, Rock and Roller, Beatles, Gammler und Hippies kombinierten ihre Levi’s mit den Zeha-Sportschuhen und eroberten die neue moderne Welt. Heute sitzen diese jungen Leute vielleicht in den Vorstandsetagen der Konzerne, Banken oder im Kanzleramt. Bekommen sie einen Zeha Berlin Sneaker in die Hand, solide Handwerkskunst, die immer noch nach dem echten Leder riecht, wissen sie nicht, ob sie wieder in ihre Sturm und Drangzeit, in das Heute oder in die Zukunft katapultiert werden. Der Geruch von Leder, Leim und Sohle, das Sich-Anfühlen von eigenwilligen soliden Formen und der feste Schutz für die Füße lassen Zeha-Berlin-Schuhe zu einem Erlebnis der besonderen Art werden. Es ist die Wiederentdeckung einer Beziehung eines Vertrauensverhältnisses für unser tägliches so selbstverständliches Gehen.

Dank Alexander Barré erwachte Zeha Berlin 2001 in neuem wie auch historischem Design. Hier trägt Barré einen historischen Carl Häßner Schuh in neuer Auflage. (Credit: Zeha Berlin)

Nun hat Carl Häßner im Jahre 1897 diese Grundidee rund um das Leder und die Füße gehabt. Das sind im Jahre 2017 runde 120 Jahre Glauben, Treue und Beharrlichkeit in einem großen, umkämpften, fast schon aufgeteilt geglaubten Markt. Zeha Berlin ist dabei heute in der Prenzlauer Allee 214 etwas Besonderes geblieben. Herzlichen Glückwunsch zum runden Geburtstag!

Gegenwart trifft auf Vergangenheit: Der historische Carl Häßner glänzt auch als Streetstyle-Piece. (Credit: Fashion-Meets-Media.com)

Heute eröffnet im Museum Reichenfels im thüringischen Hohenleuben die Ausstellung "Die Geschichte der Marke Zeha 1897-2017". Es ist eine Rückkehr an den Ursprung, denn nicht weit entfernt wurde Zeha vor 120 Jahre erstmals gegründet. Bis zum 14. Januar 2018 kann der Besucher hier täglich (außer montags, Di bis Do 10 Uhr bis 16 Uhr, Sa, So und Feiertag 13 Uhr bis 17 Uhr) die 120jährige Zehas-Geschichte nachverfolgen. Es werden zahlreiche Originalmodelle, Leisten, historische Requisiten sowie antiquarische Kataloge zu sehen sein. Zur Eröffnung heute ab 19 Uhr wird es kleine Häppchen und Free Drinks geben - sowie eine kleine Ansprache vom derzeitigen Zeha-Berlin-Inhaber Alexander Barré. Weitere Infos findet Ihr hier.

Wohin es Zeha Berlin treibt? Man weiß es nicht. Aber hoffentlich noch mal über 120 Jahre hinweg. (Credit: Fashion-Meets-Media.com)

Wer mehr zu Zeha Berlin wissen will, der klickt hier auf unseren "Insider...Zeha Berlin"-Beitrag oder liest Nastasias Beitrag in der österreichischen Tageszeitung Die Presse/Schaufenster.

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About Nastasia

Nastasia ist bei "Fashion Meets Media" zuständig für die Rubriken "Fashion" und "Meets". Dafür ist sie auf Events sowie Fashion Shows unterwegs, macht Fotos und Interviews. Außerhalb von "Fashion Meets Media" schreibt Nastasia auch für diverse Online- und Printmedien.