Es ist der 10. Juli. Das Spiel Portugal gegen Frankreich steht unmittelbar bevor. Und mit diesem Spiel wird die Europameisterschaft 2016 enden und so auch unser EM-Special. Nach Interviews mit Oliver Kahn oder Béla Réthy, Outfitposts in schwarz-rot-gold und einer Verlosung von Cathy Hummels T-Shirt by eBay wollen wir Euch nun zum Abschluss noch ein kleines Insiderlabel vorstellen. Es ist eines der ältesten Sportschuhhersteller Deutschlands und Erfinder der Spikes: Zeha-Berlin.

Zeha_Berlin_Fussball (Credit: Fashion-Meets-Media.com)

Während der Fashion Week sind wir auf Zeha-Berlin gestoßen. Ein Fußballschuh mit Tradition. (Credit: Fashion-Meets-Media.com)

Die deutsche Mannschaft ist ganz in Adidas gekleidet, die österreichische Mannschaft trägt Trikots von Puma, die Portugiesen schwören auf die amerikanische Marke Nike. Viele Sportartikelhersteller tummeln sich auf den französischen Spielfeldern während der Europameisterschaft 2016. Eines der ältesten deutschen Traditionsunternehmen ist nicht dabei: Zeha-Berlin.

Zeha_Berlin_Fussball (Credit: Fashion-Meets-Media.com)

Wir haben Zeha-Berlin am letzten Tag der EM2016 auf die Berliner Straßen ausgeführt. (Credit: Fashion-Meets-Media.com)

Das Label: 1897 wurde Zeha im thüringischen Weida von Carl Häßner gegründet. Der Name des Labels setzt sich aus den Initialien des Gründers zusammen: C (gesprochen: Zeh) und H (gesprochen: Ha). Und: Zeha ist damit bei weitem älter als Adidas (gegründet: 1949), PUMA ( gegründet: 1948) oder NIKE (gegründet: 1964). Dennoch: Mit diesen drei Bigplayern weiß jeder etwas anzufangen, bei Zeha die wenigsten. Dabei war das ehemals thüringische Label selbst einmal eines der Großen. Zunächst in den 20er-Jahren als Zeha noch jegliche Art Schuh herstellte, später - nach dem Zweiten Weltkrieg - als Sportschuhersteller. Da im ehemaligen Ostdeutschland gelegen, versorgte Zeha die Olympioniken sowie Fußballspieler der DDR mit Schuhen. Dabei entwarf Zeha die weltweit ersten Fußballschuhe mit Spikes. Die Turbulenzen der Wende überstand das Label nicht und es geriet in Vergessenheit. Erst 2003 wird der Zeha Schuh dank Alexander Barré in Berlin wieder belebt, teilweise in altem, teilweise in neuem Look.

Zeha_Berlin_Fussball (Credit: Fashion-Meets-Media.com)

Der Carl Häßler Derby Schuh ist ein wahres, historisches Relikt (Credit: Fashion-Meets-Media.com)

Der Schuh: Ganz besonders gut gefällt uns an dem Label, dass es sich nicht komplett neu erfand, sondern auch seiner langen Geschichte und Tradition treu bleibt. So führt es u.a. auch noch Fußballschuhe, die denen der 50iger-Jahre eins zu eins nachempfunden sind, wie den Carl Häßner Derby. Er ist aus hochwertigem, gewachstem Rindsleder gefertigt und verfügt über die klassische 9-Loch-Schnürung. Die Laufsohle ist durchgenäht und aus Rindsleder, der Schaft und die Innensohle gepolstert, Zehen- und Fersenbereich verstärkt.

Zeha_Berlin_Fussball (Credit: Fashion-Meets-Media.com)

Ganz entspannt und bodenständig zeigt sich der hochwertig verarbeitete Carl Häßner Derby. (Fashion-Meets-Media.com)

Anprobe: Natürlich könnten wir es uns zur EM2016 nicht verkneifen, einmal in diesen historischen Schuh zu schlüpfen. Dabei fällt schnell auf: Der Retro-Style funktioniert ganz gut auch mit den heutigen Klamotten. Insbesondere geht ein lässiger Denim-Style. Ich entschied mich daher für Jeans, einem (zugegeben: auch Retro) Star Wars TShirt von Disney sowie der neuen New Era x Loco Dice Cap, die es erst seit gestern limitiert im Handel gibt. Genauso gut lassen sich aber auch Shorts und Culotte mit den Schuhen tragen. Darüber hinaus sind die Schuhe trotz eines sehr festen Leders überraschend bequem. Der Sitz ist ebenfalls fest. Ich kann mich also toll in ihnen bewegen. Ein Fußballspiel scheint mir auch aufgrund des festen Sitzes und Leders sehr denkbar. Damit ist der Carl Häßner Schuh ein wunderbares Bekenntnis an die Geschichte deutscher Sporthersteller und ein wahres Unikat auf den Berliner Straßen.
Zeha_Berlin_Fussball (Credit: Fashion-Meets-Media.com)

Wir sind mit der Anprobe zufrieden und stolz, ein Stück Geschichte an den Füßen zu tragen. (Credit: Fashion-Meets-Media.com)

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About Nastasia

Nastasia ist bei "Fashion Meets Media" zuständig für die Rubriken "Fashion" und "Meets". Dafür ist sie auf Events sowie Fashion Shows unterwegs, macht Fotos und Interviews. Außerhalb von "Fashion Meets Media" schreibt Nastasia auch für diverse Online- und Printmedien.