Magische Momente kommen auf uns zu. Dafür sorgt nicht nur das Christkind, sondern auch Disney. Ab dem 30. November verführt "Disney in Concert - Magic Moments" in 15 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz in die Welt von "Die Schöne und das Biest", "Die Eiskönigin" & Co. Mit auf Tour geht auch Popstar Gil Ofarim, der bereits den Soundtrack von "Triff die Robinsons" und "Verwünscht" mit jeweils einem eigenen Song komplettierte. Wir trafen den 35jährigen zum Interview.2017. Das scheint sein Jahr zu sein: Zu Beginn stellte Gil Ofarim seine Können auf dem Tanzpaket unter Anleitung von Ekaterina Leonova in der RTL-Tanz-TV-Show "Let's Dance" unter Beweis und errang den ersten Platz. Es folgte eine Rolle als Musiker C.J. in der Kinokomödie "Unter deutschen Betten" sowie als Prinz Falk in der Märchenreihe "Sechs auf einen Streich" der ARD. Auch in der RTL-Serie Alles was zählt war er zu sehen und in dem aktuellen Kinofilm "My little Pony: Der Film" als Synchronstimme zu hören. Doch zum Schluss des Jahres verschlägt es ihn wieder auf die Bühne - dort wo seine Karriere vor genau zwanzig Jahren mit dem Song "Round 'n' Round (It Goes)" begann. In der Konzertreihe "Disney in Concert - Magic Moments" wird er neben u.a. Cassandra Steen (ein früheres Interview von mir mit ihr findet Ihr hier) und zusammen mit dem Hollywood Sound Orchester zu sehen und zu hören sein.

Gil Ofarim im Interview (Credit: Ina Bohnsack)

Gil, kannst Du Dich eigentlich noch an Deinen ersten Disney-Lieblingsfilm erinnern? Welcher war das? Was gefiel Dir an ihm?

Mein erster Disney-Lieblingsfilm war „Das Dschungelbuch“. Daran gefallen hat mir die Musik, die Vorstellung ein Kind im Dschungel zu sein, umgeben von wilden Tieren, frei zu sein und machen zu können was man will. Das war glaube ich für jedes Kind, die „Das Dschungelbuch“ gesehen hat, eine tolle Vorstellung.

Die Disney-Traumwelt steht für eine glückliche Kindheit - Wie war Deine Kindheit? 

Ich hatte eine schöne und aufregende Kindheit. Gleichzeitig aber auch eine ereignisreiche Kindheit. Bis zu meiner Karriere war alles dabei. Ich wollte Tennisprofi werden und habe in der deutschen Jugendauswahl gespielt, sieben Tage die Woche, fünf bis sechs Stunden jeden Tag. Dann kam die Trennung meiner Eltern, das war das ereignisreiche und nicht so schöne in der Zeit. Mit 14 Jahren begann dann auch schon meine Musikkarriere. Ich glaube bei mir war echt viel los, aber es war alles sehr gut und sehr schön und ich möchte davon nichts missen.

Dennoch, Deine Karriere brachte Dich nicht gleich zu Disney, sondern zuerst zur BRAVO - Foto-Love-Story. Wie kam es dazu?

Ein Schulfreund von mir hat einmal bei einer Foto-Love-Story mitgewirkt und sagte zu mir es ist total cool und ich solle dort unbedingt auch mal hingehen. Das Taschengeld wird aufgebessert und den Mädels aus der Schule scheint es auch ziemlich zu gefallen. Das sagte er natürlich mit einem Augenzwinkern. Ein paar Tage später war der Scout der Bravo zufällig in der U-Bahn und meinte zu mir ich solle mal zur Redaktion fahren und dort vorsprechen. Ich bin hin, sie wollten mich und das wars.

Was bedeutete die Foto-Love-Story für Deine anschließende Musikkarriere?

Sehr viel. Mit Musik hatte das zwar wenig zutun, auch wenn ich einen Musiker gemimt habe und es auch ein bisschen meine Lebensgeschichte war, habe ich der Bravo sehr viel zu verdanken. Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen traurig, dass die Bravo heute nicht mehr so geschätzt und gelesen wird wie früher, da Social Media den ganzen Part übernommen hat. Die Bravo wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben, denn ich kann mich noch genau an jeden Donnerstagmorgen erinnern, an dem ich für 1,20 Mark eine Bravo gekauft habe. Meist war es so, einer hat sie gekauft, aber alle haben sie gelesen.

Ein magischer Moment bei Disney in Concert (Credit: Kai Heimberg)

Wenn Du heute an "Round'n'Round (It Goes)", Deinem ersten großen Hit, denkst, welche Gedanken kommen Dir dann?

Dankbarkeit und ein riesen Grinsen auf dem Gesicht. Wenn ich jetzt so drüber nachdenke habe ich diesen Song schon echt lange nicht mehr gehört aber ich werde ihn auf meiner „20 Years“ Tour im Februar 2018 wieder spielen und das nach 16 Jahren.

Nach den Hits von Gil in den 90er-Jahren schien es ruhiger um Dich. Was hast Du tatsächlich in dieser Zeit gemacht?

Es wurde zwar ruhig, aber ich habe unfassbar viel gemacht. Was die Wenigsten wissen, ich habe in Deutschland alles erreicht, was man erreichen konnte. Da es da noch keine Sachen wie Instagram, Facebook oder YouTube gab, bin ich nach dem Erfolg in Deutschland nach Asien gegangen, denn dort war alles um ein Vielfaches größer. Ich habe dort in manchen Ländern sogar in Fußballstadien gespielt und in manchen Ländern doppelt und vierfach Platin abgeräumt. Ich war jahrelang da drüben, denn für die Plattenfirma war es natürlich viel lukrativer. Ich habe dort eine große Zeit meiner Kindheit verbracht und habe das gemacht, bis der Plattenvertrag auslief. Da war ich knapp 20 Jahre. Ich habe den Plattenvertrag nicht verlängert, denn ich wollte mich als Musiker weiterentwickeln. In dem Alter ist es sowieso so, was heute cool ist, ist morgen schon wieder langweilig. Die Plattenfirma wollte auf der sicheren Seite sein und immer das Gleiche machen, doch das wollte ich nicht mehr. Anschließend habe ich nur das gemacht, was ich wollte. Ich habe viel nachgeholt, habe die Musik geschrieben, die ich für richtig hielt und habe gleichzeitig auch neue Erfahrungen gemacht. Ich habe die Schauspielerei für mich entdeckt und großartige Filme gedreht. Ich habe viel gemacht, aber nicht immer im Auge der Öffentlichkeit und das ist auch okay so. Ich muss nicht immer im Vordergrund oder im Mittelpunkt stehen.

2007 hast Du dann das erste Mal mit Disney zusammengearbeitet und jeweils einen Song zu dem Soundtrack von "Triff die Robinsons" und "Verwünscht" beigesteuert. Wie kam es dazu?

Der Soundengenieer mit dem ich zusammengearbeitet und meine erste Single namens „On my own“ im erwachsenen Alter aufgenommen habe, rief mich an und erzählte mir, dass er gerade für diese Soundtracks die deutschen Stimmen vertont. Er hat mich dann gefragt, ob ich mir vorstellen könnte auf Deutsch zu singen und für mich war das eigentlich ein absolutes No-Go! Aber ich war neugierig und gespannt und hab das dann gemacht. Es hat mir ehrlich gesagt sehr gefallen. Ich konnte mich persönlich nie mit der deutschen Sprache in der Musik anfreunden, aber ich habe da Disney sehr viel zu verdanken. Aufgrund dessen habe ich nämlich angefangen, auf Deutsch zu schreiben und habe dann meine Band „Acht“ gegründet.

Gut lachen: Zwanzig Jahre nach seinem großen Hit "Round 'n'n Round (It Goes)" läuft es immer noch super für Gil Ofarim. (Credit: Ina Bohnsack)

Nach den Disneysongs und Auftritten als Vorband von Bon Jovi und Alex Band, dem Sänger von "The Calling", hast Du Dich im Jahr 2012 entschieden, wieder "klein anzufangen" und bei der Gesangs-Castingshow "The Voice of Germany" teilzunehmen. Warum?

The Voice of Germany“ hat mich kontaktiert für die erste Staffel und es war ein sehr lustiges Telefonat, denn ich dachte die wollen mich als Jury-Mitglied haben. Dann sagten sie mir, dass sie mich als Kandidat haben wollen. Ich war so perplex und habe ihnen gesagt, dass ich dafür nicht bereit bin und habe dann aufgelegt. Aber ich finde vor „The Voice of Germany“ gab es nur bescheuerte Castingshows und nichts Vergleichbares. Dann lief die Sendung an und ich habe sie auch verfolgt. In der zweiten Staffel hat mich meine Frau dazu gezwungen, doch hinzugehen und mit zu machen. Es war echt eine harte Nummer und nicht leicht, denn ich finde, dass man sich an Musik nicht messen kann. Das war schwierig. Aber das war mir egal. Die Show ist cool, sie hat großen Spaß gemacht und ich habe der Show Vieles zu verdanken.

Zurück zu Disney: Welche Disneyfigur ist Dein Liebling und warum?

Ich bewundere Stitch, denn er macht einfach das, was er möchte und er denkt nicht nach. Um es ganz einfach zu sagen, ich glaube es könnte uns allen guttun, weniger nachzudenken, weniger Angst zu haben, sondern einfach drauf los zu gehen und Sachen anzupacken. Das liebe ich an Stitch. Außerdem kann er als Plattenspieler fungieren. Er hält seinen Finger auf die drehende Platte, öffnet seinen Mund und es kommt Musik raus. Ist das nicht toll?

Gil Ofarim: Popstar, Tänzer und Synchronstimme. (Credit: Ina Bohnsack)

Wenn Du Superkräfte haben könntest, welche wären das? Unsichtbar sein und fliegen.

Mit wem kannst Du Dich eher identifizieren - Tarzan oder der Prinz aus "Die Schöne und das Biest"?

Ich kann mich mit dem Äußeren des Prinzen als er das Biest war am besten identifizieren, jedoch eher mit dem Lifestyle von Tarzan.

Du wirst dieses Jahr in "Disney in Concert - Magic Moments" zu sehen sein. Was ist Dein persönlicher "Magic Moment"?

Ich darf mit Stolz sagen, dass ich schon einige magische Momente in meinem Leben hatte. Sei es mein erster großer Auftritt oder meine erste CD. Aber in der jüngsten Vergangenheit waren die schönsten Momente die Geburten meiner Kinder. Das waren meine magischen Momente.

Das Leben ist ein Disney-Film. Wie müsste dieser aussehen und wer müsste mitspielen?

Wir müssten bei jeder Gelegenheit singen und alles müsste kommentiert werden. Es müssen Kinder vorkommen und sprechende Tiere. Es muss immer ein Maskottchen geben und einen Bösewicht, der zum Schluss dann aber doch das Gute in sich entdeckt.

Was machst Du nach diesem Interview?

Ich werde eine unfassbar volle Windel wechseln gehen.

Lieber Gil Ofarim, vielen Dank für das interessante und offene Gespräch.  

Gil Ofarim ist mit Disney in Concert zwischen dem 30. November und 22. Dezember u.a. in Kiel (30.November 2017), Berlin (06.Dezember 2017), Wien (16.Dezember 2017) und Hamburg (22.Dezember 2017) zu sehen. Gleichzeitig startet ab dem 13. November die Reihe Disney Magic Moments im Disney Channel. 

Credit des Featured Image: Ina Bohnsack.

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About Nastasia

Nastasia ist bei "Fashion Meets Media" zuständig für die Rubriken "Fashion" und "Meets". Dafür ist sie auf Events sowie Fashion Shows unterwegs, macht Fotos und Interviews. Außerhalb von "Fashion Meets Media" schreibt Nastasia auch für diverse Online- und Printmedien.