Gibt es so was! So ganz ohne blonde Politikerinnen, ohne dick auftragende Journalistinnen und dann auch noch ganz ohne diktierte Frauenquote erstrahlten zu den 13ten Victress Awards am Abend des 9. April eindrucksvolle Leistungsbilder herausragender unter uns lebender Frauen.

Die Preisträgerinnen 2018, u.a. Sabine Aurélia (2.v.r.). (Credit: Fashion-Meets-Media.com)

Ihr Engagement und ihre Persönlichkeit rissen uns von den Stühlen des Konzertsaales der Universität der Künste. Ihre Schicksale, ihre Kraft und ihre Energie waren mit einer Strahlkraft versehen, die in unserer heutigen Zeit zu selten aufblitzt. Schon nur der eine, fast nebenbei gefallene Satz von Sabine Aurélia: „Es kommt nicht darauf an, wie oft man hinfällt. Nein. Es kommt darauf an wie oft man aufsteht.“ Diesen unglaublich kurzen, leise dahin gehauchten Satz nahmen die Gäste als das entscheidende Motto mit nicht enden wollendem Applaus auf.

Ganz weiblich ging es mit der Preisträgerin des Victress Succession Awards Alexandra Knauer zum wissenschaftlichen Gerätebau. Bereits seit 2000 führt sie die ehemalige elterliche High-Tech-Firma Knauer in die Modernisierung. Die Laudatio hielt die Unternehmerin Lencke Steiner, die sich mit dem Ausspruch „Auch Männer kommen zu Wort“ profilierte.

Ehemalige Tagebauflächen verzaubert seit 2011 das Unternehmen Nagora Re in lebenswerte Landschaften. Ihre Gründerin, die Biologin Christina Grätz erhielt den Victress Sustainability Award.

Fernsehmoderator Cherno Jobatey im Gespräch mit Sonja Fusati. (Credit: Fashion-Meets-Media.com)

Sabine Aurélia war Balletttänzerin, wurde Betriebswirtschafterin, verlor ihr rechtes Bein durch Amputation, kämpfte sich wieder hoch und setzt sich heute für Behindertenrechte ein. Zu Ehren ihrer 2014 verstorbenen Mutter gründete sie das Parfüm- und Schmucklabel Red Sahir Group. Sie wurde mit dem Victress of the Year Award geehrt.

Der Victress International Award ging an Laila Noor. Als Modedesignerin gründete sie gemeinsam mit anderen Frauen den Verein Independent Afghan Women Association im Jahr 2002 mit dem Ziel, das zerstörte Afghanistan wieder mit aufzubauen.

Die von Katharina Jünger gegründete und geführte Unternehmen TeleClinic GmbH vernetzt auf digitalem Weg niedergelassene Ärzte in ganz Deutschland. Hilfesuchende Patienten können über diese Plattform jederzeit und überall professionelle medizinische Beratung erhalten Dafür gab es den Victress Vital Award.

Als erste Preisträgerin erhielt Ann-Katrin Reuel den Heidi Hetzer Future Victress Award natürlich aus den Händen der Urberlinerin Heidi Hetzer, die rückblickend auf ihr bewegtes und bewegendes Leben sagte: „Ich hatte Glück gehabt, ich hatte keinen Bruder.“ Die 23-jährige Preisträgerin hat bereits einige hohe Hürden des Lebens vollbracht: Master of Science in Management und Strategie von der London School of Economics, Aufbau von Sozialstationen in Südamerika, in ihrem Startup will sie die künstliche Intelligenz für sportliche Aktivitäten nutzbar machen. Derzeit bereitet sie sich auf die Mongol Rallye vor.

Und zur anschließenden Aftershow-Party durften die High Heels ruhig Pause machen. (Credit: Fashion-Meets-Media).

Die Victress Awards Gala 2018 war ein Festabend der sonst so leisen erfolgreichen Frauen in unserer Welt. Sie sind der weibliche Teil, der für eine bessere Zukunft so unbedingt notwendig ist. Sie haben alles gewagt, sie stehen mit ihrer ganzen Persönlichkeit hinter ihren Entscheidungen und modernisieren unsere Gesellschaft. Die großen Politikerinnen und die klugen Journalistinnen sollten von diesen Frauen lernen.

Und ganz nebenbei, alle Frauen auf der Victress Awards Gala sahen einmalig aus.

Infos zur Victress Awards Gala 2017 findet Ihr hier.

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