Vergangenen September gab es was zu feiern: den 10ten Geburtstag des Pariser Labels Lipault. Und so ging es für Nastasia in die Stadt der Liebe und - wie sie nun weiß - auch Stadt der Koffer, nämlich zur großen Geburtstagsfeier. Dort war auch Dirk Schmidinger, General Manager von Samsonite, vor Ort. Auf einen Plausch.

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Lipault ist schon eine interessante Erscheinung. Zunächst die Geschichte: Vor zehn Jahren wurde das Label von François und Karine Lipovetsky gegründet. Auf die Idee kamen sie durch eine Zusammenarbeit mit der Airline Air France, die bei ihnen Koffer in Auftrag gab. Vor einem Jahr übernahm Samsonite das Label. Dann das Design: Die Koffer zeichnen sich dadurch aus, dass sie unglaublich leicht sind. Ein Suitcase der Größe 65cm x 28cm x 44cm - und damit aufzugebendes Gepäck - kommt auf ein Gewicht von gerade einmal 2,6kg. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Kabinenkoffer kommt meist schon auf 3,5kg und ist zudem noch kleiner. Verblüffend. Grund genug also auf dieses Label anzustoßen und es zu feiern. Auf der "Plume" Party in Paris, in der wunderschönen, versteckten Location des Hotel Particulier, traf Nastasia auf Dirk Schmidinger, den General Manager von Samsonite, und wir verstrickten uns in einen kleinen Plausch. Hier kommt der ungeschnittene O-Ton.

Herr Schmidinger, sind Sie heute mit einem Koffer von Lipault oder von Samsonite angereist?

Dirk Schmidinger: Heute bin ich mit beidem gekommen. Allerdings nur mit Handgepäck.

Ist Ihnen eigentlich einmal aufgefallen, dass der Kabinenkoffer von Lipault einen Zentimeter zu dick ist? Lufthansa und AirBerlin erlauben nur dünnere Modelle.

Ja, die aktuelle Kollektion ist tatsächlich einen Zentimeter zu dick. Das liegt daran, dass die Airlines wieder die Größen geändert haben. Die Weihnachtskollektion wird dementsprechend schlanker.

Die Airlines ändern häufig ihre erlaubten Koffermaße. Im Moment sind schon wieder Änderungen im Gespräch. Warum?

Ich glaube, dass die Airlines bestrebt sind, die Koffer immer kleiner zu machen, um so Treibstoff einzusparen. Denn je kleiner das Gepäck, desto geringer das Gewicht und desto weniger Kerosin wird benötigt. Also letztendlich ist es eine Kostenfrage für die Airlines.

Aber gab es wegen des einen Zentimeters schon einmal Ärger?

Es könnte nur Ärger geben, wenn Low-Cost-Carrier, also diese Prüfgestelle, ins Spiel kommen. Aber das habe ich eigentlich bei der Lufthansa und AirBerlin noch nicht miterlebt.

Lipault feiert heute 10ten Geburtstag. Ursprünglich wurde das Label von den beiden Lipovetskys gegründet. Wie eng ist heute die Zusammenarbeit?

Die Designer haben das Label komplett an Samsonite abgegeben, sind also heute nicht mehr involviert.

Was kann Samsonite dem Label Lipault bieten?

Wir internationalisieren das Label und stellen dabei gleichzeitig die Kollektion um. Das heißt, wir versuchen, das Label international bekannt zu machen und müssen dabei aber auch auf regionale Besonderheiten achtgeben. Zum Beispiel: In Asien müssen die Shopper kleiner ausfallen, weil auch die asiatische Frau kleiner als die Europäische ist. Außerdem haben wir auch das technische Know-How. Schließlich spielen wir ein wenig mit der Gestaltung. So zeigt die Jubiläumskollektion „Capsule“ erstmalig ein Motiv auf Lipault-Taschen, nämlich Federn. Sonst sind die Taschen immer unisex, also einfarbig.

Warum gerade Federn?

Das ist ein Wortspiel. Die Lipault-Taschen zeichnen sich durch ihre Leichtigkeit aus. Sie sind wörtlich „feder-leicht“.

Wodurch zeichnet sich Lipault noch aus?

Das Zusammenspiel aus Farbe und Funktion macht die Lipault-Tasche aus. Sie ist leicht, haltbar, mutig in den Farben.

Was sind heute die Herausforderungen in der Kofferbranche?

Die größte Herausforderung ist wohl, dass die meisten Hauptwerkstoffe wie Nylon, Polyester, Polycarbonat, aus denen unsere Taschen und Gepäckstücke gefertigt werden, auf Erdöl basieren. Wir brauchen also einen bezahlbaren Ersatz.

Was wäre denn ein bezahlbarer Ersatz?

Die Wiederaufbereitung wird stärker in den Fokus rücken, beispielsweise das Recyceln von PET-Flaschen, und auch andere nachhaltige Material- und Produktionsoptionen.

Welche Charakteristiken hat die Lipault – Frau?

Sie hat eine starke Affinität zu Farben und Modethemen. Ihr Alter liegt zwischen 35 und ca. 49 Jahren.

Zum Schluss: Ihr Tipp für einen gelungen Parisaufenthalt?

Eine Abendfahrt auf der Seine.

Weitere Informationen zum Label Lipault Paris findet Ihr hier Foto Credits: Lipault

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About Nastasia

Nastasia ist bei "Fashion Meets Media" zuständig für die Rubriken "Fashion" und "Meets". Dafür ist sie auf Events sowie Fashion Shows unterwegs, macht Fotos und Interviews. Außerhalb von "Fashion Meets Media" schreibt Nastasia auch für diverse Online- und Printmedien.