Nach dem vorläufigen Endpunkt der Avengers Reihe mit “Endgame” wird der Generationenwechsel im “Marvel Cinematic Universe” (MCU) mit dem neuen Ensemblefilm “Eternals” eingeläutet. Im Regiestuhl nahm die Oscar-Preisträgerin Chloé Zhao (Nomadland) platz. Blockbusterfilm meets Autorenkino …


Inhalt

Im Zentrum stehen zehn titelgebende Helden, die Eternals.
Erschaffen von den Celestials und ausgestattet mit Superkräften, wurde das gottgleiche Superheldenkollektiv vor tausenden von Jahren ausgesandt, um die Erde und ihre Bewohner vor den
Deviants – bösartige, raubtierähnliche Kreaturen – zu schützen.
Trotz ihrer mächtigen Fähigkeiten ist es den Eternals verboten
in die Geschicke der Menscheit einzugreifen.
So müssen sie tatenlos zusehen, wie sich Menschen bekriegen oder durch den technologischen Fortschritt Massenvernichtungswaffen einsetzen – Stichwort Hiroshima. 
Ihr einziger Auftrag, die Deviants in Schach zu halten, diese scheinbar sogar vernichtend geschlagen zu haben, scheint erfüllt, sodass die Eternals ein Leben im Verborgenen führen.
Doch plötzlich erscheinen diese Kreaturen wieder auf der Bildfläche
und der ewige Kampf wird erneut aufgenommen.
Als dann aber der wahre Daseinszweck der Eternals offenbart wird, gerät die Gruppe in einen Loyalalitätskonflikt zwischen Schöpfung und Schöpfer.

Fazit
Eternals ist ein opulentes Abenteuer, mit zeitgemäß-diversen Charakteren, u.a. wird die erste gehörlose Superheldin (Makkari, gespielt von Lauren Ridloff) im MCU portraitiert,  und einem großen Aufgebot an Schauspielstars.  Großartig ist auch die audiovisuelle Umsetzung der uralten Celestials, die durch ihre weltenumspannende Größe unglaublich beeindruckend und dennoch sehr real wirken.
Zusammen mit der sensibel inszenierenden Regisseurin Chloé Zhao, die zusammen mit drei weiteren Autoren auch das Drehbuch geschrieben hat, dürfte die Liaison mit der milliardenschweren Marvel Film Maschinerie zumindest eine durchaus spannende werden – sollte man annehmen.
Durch die Einführung von 10 neuen, gleichberechtigten Figuren innerhalb von 157 Minuten, ohne das, wie bei Marvel früher üblich, ein Solofilm vielleicht die ein oder andere Figur bereits etabliert hätte, bleibt wenig Zeit für tiefere Rollenstudien, Filmcharakter-Zuschauerbindung und somit vieles auf der Strecke.
Das Figurenensemble wird dem Zuschauer einfach als Gesamtbrocken aufgetischt, jeder Charakter flüchtig skizziert und dann geht es auch schon los ins Geschehen. Der überrumpelte Zuschauer soll nun sogleich auch schnell mitfiebern, den es sind ja schließlich für jeden Geschmack und Background Figuren ausgesucht worden, damit ein intensiveres Kennenlernen nicht mehr nötig sein dürfte.
Was ist aber, wenn diese Idee von filmischer Erzählweise nicht aufgeht ?
Was ist, wenn das Publikum in der kürze der Zeit eben keine Emotionalität zu den Helden aufbauen konnte ? Dann ist auch die Odyssee, die die Helden durchleben, die Probleme, vor denen sie stehen und die bewältigt werden müssen – kurz: die gesamte Geschichte – dem Publikum vollkommen Schnuppe.
Leider ist genau dieser Fall bei Eternals eingetreten.
Bleibt die Erkenntnis, dass selbst eine spannende, ungewöhnliche Beziehung zwischen Autorenkino und Blockbusterfilm keine nennenswerten neuen Akzente setzen konnte und Eternals sich als weiterer, farbloser Film in die mittlerweile 4. Phase des Marvel Cinematic Universe einreiht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

About Sebastian

Sebastian ist bei "Fashion Meets Media" zuständig für die Rubriken "Media" und "Meets". Dafür ist er auf PR-Events und Screenings rund um Film und Fernsehen unterwegs, macht Interviews, Fotos und Videos. Außerhalb von "Fashion Meets Media" ist Sebastian als Schauspieler unterwegs. Alle News zu seinen neuesten Projekten könnt Ihr auf www.sebastian-achilles.de finden.