In der turbulenten Abenteuer-Komödie The Lost City – Das Geheimnis der verlorenen Stadt begeben sich Sandra Bullock und Channing Tatum als ungleiches Paar auf Schatzsuche. Daniel Radcliffe als Antagonist und Brad Pitt in einer augenzwinkernden Nebenrolle komplettieren das Starensemble. Wir haben uns den Film für Euch vorab angeschaut…

Inhalt

Die brillante, aber zurückgezogen lebende Autorin Loretta Sage (Sandra Bullock) hat ihre Karriere damit verbracht, in ihren beliebten Liebes- und Abenteuerromanen über exotische Orte zu schreiben – Held ihrer Geschichten, das gutaussehende Covermodel Alan (Channing Tatum), der auch im echten Leben seine Existenz der Verkörperung der Hauptfigur „Dash” gewidmet hat. Während sie auf Tournee ist, um ihr neues Buch mit Alan zu promoten, wird Loretta von einem exzentrischen Milliardär (Daniel Radcliffe) entführt, der hofft, dass sie ihn zum Schatz der antiken verlorenen Stadt aus ihrem letzten Roman führen kann. Alan will beweisen, dass er auch im echten Leben ein Held sein kann und nicht nur auf den Seiten ihrer Bücher, und macht sich auf den Weg, sie zu retten. Das ungleiche Paar findet sich schon bald inmitten eines wirklich unwirklichen Abenteuers in den Untiefen des Dschungels wieder, wobei die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit immer mehr zu verschwimmen scheinen. Werden die zwei es schaffen ein Team zu werden, um die Herausforderungen der Wildnis zu überleben und den antiken Schatz zu finden, bevor er für immer verloren ist?

Fazit

Natürlich erfindet The Lost City – Das Geheimnis der verlorenen Stadt das Rad des Abenteuerfilms mit einem ungleichen Paar in der Wildnis nicht neu – zieht sich doch die Liste dieses Genres über Dekaden. “African Queen” (1951) mit Humphrey Bogart und Katherine Hepburn, “Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten” (1984) mit Michael Douglas und Kathleen Turner oder “Ein Schatz zum Verlieben” (2008) mit Matthew McCounaughey und Kate Hudson standen durchaus Pate für den aktuellen Film von Adam und Aaron Nee. War bei den Vorgängern jedoch die Rollenverteilung klar – tougher Typ mit Plan muss trotz widrigster Umstände noch mit einer wenig hilfreichen und tendenziell stehts zickigen Partnerin mehr oder weniger charmant umgehen – bringt The Lost City die Geschlechterrollen durchaus amüsant und erfrischend durcheinander. Dabei wird sich aber nicht nur damit begnügt, einfach die Charakteristika umzudrehen, sondern ordnet den beiden Hauptfiguren einen sehr ambivalenten Mix aus klassisch männlichen und weiblichen Eigenschaften zu. So ist Sandra Bullocks Loretta mürrisch-abgeklärt, schießt brutal-direkte Ansagen aus der Hüfte und läßt es sich aber auf der anderen Seite nicht nehmen, in einer Sinnkrise eisgekühlten Chardonnay im Schaumbad zu schlürfen oder penibel auf die Einhaltung von gesellschaftlichen Konventionen zu pochen. Channing Tatum als Alan ist der Prototyp des Softies, mit kompletter Pflegeproduktreihe im Dschungel, Wildtierphobie und perfekter Maniküre. Dennoch zögert er nicht, nachdem Loretta vor seinen Augen entführt wird, sich todesmutig mit einer ordentlichen Portion Naivität auf deren Rettungsmission zu begeben.
Brad Pitt in seiner Rolle als Jack Trainer erscheint wie eine Reminszenz an die alt hergebrachten Haudegen, der mit dieser Art typischerweise sogleich Lorettas Sehnsucht nach dem starken Mann triggert um dann – Achtung Spoiler Alert – wie nebenbei durch einen Sniper Schuss den nicht heldenhaften Rollentod zu sterben. Man kann dies durchaus für ein Statement halten, dass man mit der outdated Machonummer nicht mehr so ohne weiteres im heutigen Dschungel überleben kann.
Zuletzt ist aber auch noch Daniel Radcliffe als exzentrischer Millardär zu erwähnen, der Loretta entführt, um seinem Vater zu beweisen, dass eigentlich er der rechtmäßige Erbe des Familienimperiums sein sollte. Immer wieder setzt er dazu an, seine Traumata aus der Kindheit zu erzählen, um sein Handeln zu erklären, wird aber permanent auf seine Unternehmung hereinbrechende Ereignisse in seinen Ausführungen unterbrochen – der ewig Unvollendete – was dem Film eine weitere schöne Humorebene hinzufügt.
The Lost City – Das Geheimnis der verlorenen Stadt ist eine leichte, wirklich unterhaltsame Komödie, die mit unserer Vorstellung von geschlechterspezifischen Rollenbildern spielt, diese konterkariert und oft für unvorhergesehene Wendungen sorgt.
Wer amüsante, nicht zu tiefschürfende Filme mag, ist hier genau richtig.

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About Sebastian

Sebastian ist bei "Fashion Meets Media" zuständig für die Rubriken "Media" und "Meets". Dafür ist er auf PR-Events und Screenings rund um Film und Fernsehen unterwegs, macht Interviews, Fotos und Videos. Außerhalb von "Fashion Meets Media" ist Sebastian als Schauspieler unterwegs. Alle News zu seinen neuesten Projekten könnt Ihr auf www.sebastian-achilles.de finden.